Pfarrei "St. Stephanus" Schmelz-Bettingen

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Freies Geleit für Augen und Ohren – Pfarrkirche St. Stephanus

Schmelz. Wie sich die Zeiten ändern: Während heute – auch im Saarland – Kirchen geschlossen, verkauft oder sogar abgerissen werden, weil immer weniger Menschen dieGottesdienste besuchen, drängelten sich noch vor einem halben Jahrhundert die Gläubigen so, dass die zu klein gewordenen Gotteshäuser erweitert oder durch größere ersetzt werden mussten. So war das auch im Prims-Ort Schmelz-Bettingen, der heute Teil der Gemeinde Schmelz ist: 1959 fiel die 1755 erbaute Kirche samt romanischem Kirchturm, der mehrere Vorgängerbauten überdauert hatte, der Spitzhacke zum Opfer. Der Saarwellinger Architekt Toni Laub bekam den Auftrag zur Gestaltung des Neubaus, der 1961 fertig wurde. Er schuf einen riesig wirkenden Kirchenraum, der tatsächlich 1150 Menschen Platz bietet: eine Halle ohne Säulen, vom Eingang her trapezförmig sich erweiternd, dann zum Altarraum wieder verengend. Die braune, ungewölbte Holzdecke wird nach vorne immer höher. Und um die Öffnung zum Altar hin zu komplettieren, ist sogar der Fußboden abgesenkt. Einziger Schmuck der großen Wandflächen sind kleine, quadratische Fenster, die sich in Augenhöhe an den Wänden aufreihen.

Fensterreihe als Kreuzweg

Diese Fenster geben der Kirche ihre besondere Aura. Sie lassen nicht nur Licht herein, sondern stellen zugleich die Kreuzwegstationen dar. Der Trierer Glaskünstler Jakob Schwarzkopf zeigt mit großer Symbolkraft, wenigen Details und in den für ihn typischen, leuchtenden Farben die wesentlichen Aussagen des Kreuzwegs. Die Trierer Firma Binsfeld setzte die Entwürfe um. Auch das Fenster des zwischen den Eingangstüren halb versenkten Taufkapellchens und die hohen Glaswände beiderseits des Altarraums sind Schwarzkopf-Entwürfe.

Das Kruzifix hinter dem Altar stammt noch aus der früheren Kirche. Der Altar aus Kalkmarmor ist neu. Die Figur des Heiligen Stephanus auf dem rechten Seitenaltar war ebenfalls schon in der Vorgängerkirche, die Heilige Familie auf der linken Seite wiederum ist Schnitzarbeit aus den 60er Jahren.

Die Errichtung der Marienkapelle hat ihren geschichtlichen Bezug zu einem Ereignis während des letzten Kriegsjahres 1944/45. Bei einem Fliegerangriff wurde ein mit Berbauarbeitern besetzter Personenzug angegriffen. Bis auf den Lokführer überlebten alle Reisenden. Zum Dank für dieses Wunder versprach die Pfarrei St. Stephanus Schmelz-Bettingen der "Dreimal wunderbaren Mutter von Schönstatt" eine Kapelle zu errichten. Als Standort wurde der Renges ausgewählt. Im Jahr 1949 war die Grundsteinlegung und im Jahr 1950 die Einweihung der Kapelle.

Die Geschichte über die Enstehung der Marienkapelle kann im Schmelzer Heimatheft Nr. 22 nachgelesen werden.

Andreas Haan, 60 Jahre Marienkapelle zur "Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt" in der Parrei St. Stephan Schmelz, SHH 22, 2010, S. 83-117.

Fotos in diesem Beitrag: Andreas Haan, 2019